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Verfahrensrecht

OGH: Fehlende Einwendungen hinsichtlich Mangel der Sachlegitimation des Klägers

Soweit die mangelnde Aktivlegitimation sich nur aus zusätzlichen Sachverhaltselementen und nicht bereits aus dem im Rahmen der rechtlichen Beurteilung ohnedies umfassend zu würdigenden eigenen Vorbringen des Klägers ergibt, erfordert deren Wahrnehmung eine entsprechende Einwendung bereits in erster Instanz

18. 10. 2011
Gesetze: § 503 ZPO, § 482 ZPO
Schlagworte: Rechtsmittel, mangelnde Aktivlegitimation, fehlende Einwendungen, Neuerungsverbot

GZ 6 Ob 173/11a, 14.09.2011

OGH: Die Dispositionsmaxime ist ein tragender Grundsatz des Verfahrensrechts. Soweit die Dispositionsmaxime reicht, definiert sie auch den Gegenstand und den Umfang des Rechtsmittelverfahrens. Daher entspricht es völlig hA, dass das Berufungsgericht den Mangel der Sachlegitimation des Klägers aus spezifischen Gründen nicht ohne Einwendung wahrnehmen darf. Soweit die mangelnde Aktivlegitimation sich daher nur aus zusätzlichen Sachverhaltselementen und nicht bereits aus dem im Rahmen der rechtlichen Beurteilung ohnedies umfassend zu würdigenden eigenen Vorbringen des Klägers ergibt, erfordert deren Wahrnehmung eine entsprechende Einwendung bereits in erster Instanz. Der erstmaligen Geltendmachung dieses Einwands in zweiter oder - wie hier - in dritter Instanz steht das Neuerungsverbot des § 482 ZPO entgegen.

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