Die Europäische Kommission hat am 20. Juni 2003 einen neuen Richtlinienvorschlag angenommen, mit dem ab Juli 2004 der Einbau von Sicherheitsgurten in alle neu in den Verkehr gebrachte Fahrzeugtypen vorgeschrieben werden soll.
Bislang mussten nur Personenkraftwagen mit Sicherheitsgurten ausgestattet sein. Künftig sollen auch alle anderen Fahrzeugklassen, insbesondere Klein- und Omnibusse, leichte Nutzfahrzeuge, Lastkraftwagen usw. damit ausgestattet werden. Diese Maßnahme ist Teil des "Europäischen Aktionsprogramms für die Straßenverkehrssicherheit", mit dem die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2010 halbiert werden soll.
Das Europäische Parlament und der Rat haben im April 2003 eine Richtlinie verabschiedet, die das Anlegen von Sicherheitsgurten sowie die Verwendung spezieller Rückhaltesysteme für Kinder unter drei Jahren vorschreibt. Diese Bestimmungen müssen bis spätestens 9. Mai 2006 umgesetzt werden. Durch die Gurtanlegepflicht soll die Zahl der Verkehrsopfer deutlich verringert werden.
In den meisten Mitgliedstaaten legt zwar die überwiegende Mehrheit der Fahrzeuginsassen den Sicherheitsgurt an, dennoch stirbt jeder zweite tödlich Verunglückte deshalb, weil er zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt war. Die Gurtanlegepflicht kann erst dann einen maximalen Schutzeffekt bewirken, wenn die meisten Fahrzeuge mit Gurten ausgestattet sind. Durch die Ausweitung der Gurteinbaupflicht auf alle Fahrzeuge will die Europäische Kommission einen weiteren Schritt zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit bewirken.
In den kommenden Jahren werden insgesamt etwa zwei Mio. Nutzfahrzeuge jährlich von der Gurteinbaupflicht betroffen sein. Zu diesen Nutzfahrzeugen zählen auch Reisebusse. In diesen soll das Tragen des Sicherheitsgurts verhindern, dass Fahrgäste aus dem Fahrzeug geschleudert werden, wenn dieses umkippt. Zahlreiche Busfahrgäste kommen nämlich jedes Jahr unter besonders dramatischen Umständen ums Leben, eingequetscht unter dem Fahrzeug und ohne Möglichkeit, sich zu befreien. Auch für Stadtomnibusse soll die Installation von Sicherheitsgurten vorgeschrieben werden, weil diese auch Strecken auf Hauptverkehrsstraßen und sogar auf Autobahnen zurücklegen.