Die Europäische Kommission hat am 21. Mai 2003 einen Aktionsplan für "Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor" vorgestellt, mithilfe dessen das wachsende Problem des illegalen Holzeinschlags sowie des damit verbundenen Handels mit Holz und Holzprodukten illegaler Herkunft bekämpft werden soll.
Zu den Maßnahmen, die in diesem Plan dargelegt sind, gehören die Unterstützung einer besseren Politikgestaltung in den Holzerzeugerländern, freiwillige Partnerschaften mit diesen Ländern, um sicher zu stellen, dass nur legal gewonnenes Holz auf den EU-Markt kommt, sowie Anstrengungen zur Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Handels mit illegal gewonnenem Holz.
Der illegale Holzeinschlag und der internationale Handel mit illegalen Holzprodukten sind die Hauptursachen für den starken Waldrückgang weltweit. Die Geschwindigkeit dieser Zerstörung wirkt sich vor allen Dingen auf die Ärmsten negativ aus, deren Lebensgrundlage der Wald ist.
In vielen Holz erzeugenden Ländern werden durch den illegalen Holzeinschlag die Korruption angefacht und die Rechtsstaatlichkeit untergraben. Ferner fehlen den Regierungen dadurch unerlässliche Einnahmen, die sie für Programme zur Verringerung der Armut verwenden könnten. Schätzungen der Weltbank zufolge gehen den Regierungen in den Entwicklungsländern jährlich rund US$ 10-15 Mrd. durch den illegalen Holzeinschlag verloren.
Zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und des Handels mit illegal gewonnenem Holz schlägt die Europäische Kommission Maßnahmen in folgenden Bereichen vor:
.) Unterstützung der Partnerländer beim Aufbau von Systemen zur Überprüfung der Legalität des Holzeinschlags;
.) Einführung eines freiwilligen Genehmigungssystems, bei dem die Partnerländer die Legalität der Herkunft des in die EU ausgeführten Holzes zertifizieren;
.) Politik im Bereich des öffentlichen Auftragswesens, in deren Rahmen öffentliche Auftraggebern angeleitet werden, wie sie mit der Frage der Legalität in den Spezifikationen für Holz im Rahmen von Beschaffungsverfahren umgehen sollen;
.) Maßnahmen zur Verhinderung von Investitionen in Aktivitäten, die den illegalen Holzeinschlag fördern;
.) Förderung privatwirtschaftlicher Initiativen für eine gute fachliche Praxis im Forstsektor, unter anderem Verwendung freiwilliger Verhaltenskodizes für die Beschaffung ausschließlich legal geschlagenen Holzes;
.) Inangriffnahme der Probleme, die sich aus der Verwendung der Erlöse aus dem illegal geschlagenen Holz für die Finanzierung und Verlängerung bewaffneter Konflikte ergeben.