Die Europäische Kommission hat am 22. Mai 2003 beschlossen, "EURID European Registry for Internet Domains" als Register für die Domäne oberster Stufe TDL ".eu" zu wählen. Die Bezeichnung .eu soll das europaweite Unterscheidungszeichen für Internet- und E-Mail-Adressen werden und mit ".org" bzw. ".com" vergleichbar sein.
Die drei Gründungsmitglieder von EURID verwalten derzeit die Ländercodes ".be" (Belgien), ".it" (Italien) und ".se" (Schweden). Zwei Beitrittsländer sind assoziiert. EURID hat sich verpflichtet, Interessenvertreter der europäischen Internet-Gemeinschaft zu konsultieren und zu regionalen sowie internationalen am Internet beteiligten Organisationen Kontakt zu halten.
Erkki Liikanen, der für die Ressorts "Unternehmen" sowie "Informationsgesellschaft" zuständige europäische Kommissar, erklärte dazu wörtlich: "Die Auswahl des Registers für die Verwaltung von .eu als Domänenname oberster Stufe ist ein wichtiger Schritt zur Einführung von .eu. Sobald das Register voll betriebsfähig ist, werden Unternehmen, Organisationen und Bürger in der Europäischen Union in der Lage sein, ihren Domänennamen unter der TDL .eu zu registrieren. Ich glaube, dass die Einführung von .eu als Domäne oberster Stufe den europäischen Bürgern und Unternehmen die Möglichkeit geben wird, ihre europäische Identität im Internet anzugeben."
Dem Beschluss der Kommission ging die Veröffentlichung einer Aufforderung zur Interessensbekundung im September 2002 und eine Beurteilung der sieben eingegangenen Bewerbungen durch unabhängige Fachleute voraus. Die EU-Kommission wird zunächst mit EURID einen Vertrag schließen und dann - zusammen mit der Zentralstelle für die Vergabe von Internetnamen und -adressen (ICANN) - die notwendigen Schritte unternehmen, damit .eu in das globale System der Internet- Domänennamen aufgenommen wird.
Gleichzeitig wird sie in Absprache mit den Mitgliedstaaten und der Register-Verwaltung allgemeine Grundregeln für die Behandlung von Fragen aufstellen, welche beispielsweise die spekulative oder missbräuliche Registrierung von Domainnamen, die Rechte am geistigen Eigentum und andere Rechte, die Sprache sowie geografische Abgrenzungen oder die außergerichtliche Beilegung von Streitigkeiten betreffen. Je nachdem, wie rasch ein Fortschritt in diesen Fragen erzielt wird, dürfte .eu gegen Ende des Jahres zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen finden Sie bei Interesse im Internet unter http://europa.eu.int/rapid/start/cgi/guesten.ksh?p_action.gettxt=gt&doc=IP/03/729|0|RAPID&lg=DE