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Verfahrensrecht

VwGH: Einwendungen gegen Gutachten

Die unvollständige und unrichtige Befundaufnahme vermag auch ein Laie nachvollziehbar darzulegen; das VwG ist in diesem Fall verpflichtet, sich mit diesen - der Sachverhaltsebene zuzurechnenden - Einwendungen in einer Verhandlung auseinanderzusetzen

28. 06. 2022
Gesetze:   § 52 AVG, § 45 AVG, § 24 VwGVG
Schlagworte: Sachverständige, Einwendungen gegen Gutachten, mündliche Verhandlung

 
GZ Ra 2021/11/0135, 10.05.2022
 
VwGH: Einwendungen gegen die Schlüssigkeit eines Gutachtens einschließlich der Behauptung, die Befundaufnahme sei unzureichend bzw der Sachverständige gehe von unrichtigen Voraussetzungen aus, haben ebenso wie Einwendungen gegen die Vollständigkeit des Gutachtens auch dann Gewicht, wenn sie nicht auf gleicher fachlicher Ebene angesiedelt sind, also insbesondere auch ohne Gegengutachten erhoben werden. Die unvollständige und unrichtige Befundaufnahme vermag auch ein Laie nachvollziehbar darzulegen. Das VwG ist in diesem Fall verpflichtet, sich mit diesen - der Sachverhaltsebene zuzurechnenden - Einwendungen in einer Verhandlung auseinanderzusetzen.
 
 

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