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Zivilrecht

OGH: Zur Frage, ob das Zuwiderhandeln gegen Unfallverhütungsvorschriften für sich allein zur Annahme grober Fahrlässigkeit ausreicht

Der Unterschied zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit ist rein maßlich und nur aus den Umständen des Einzelfalles ableitbar; nicht jede Übertretung einer Unfallverhütungsvorschrift bedeutet grobe Fahrlässigkeit; für die Beurteilung des Verschuldens ist ein objektiver, jedoch nach Betriebshierarchie typisierender Maßstab anzulegen

07. 06. 2014
Gesetze:

§ 67 VersVG, § 35 Abs 2 ASchG, § 4 Abs 1 ASchG, 4 Abs 6 ASchG, § 5 ASchG


Schlagworte: Versicherungsvertragsrecht, Arbeitnehmerschutz, Haftpflichtversicherung, Unfallverhütungsvorschriften, Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit, Sorgfaltsverstoß, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Schadenseintritt, Arbeitnehmerschutz, Evaluierungsgutachten


GZ 4 Ob 35/13w, 23.05.2013


 


OGH: Nach der stRsp zum Begriff der groben Fahrlässigkeit reicht das Zuwiderhandeln gegen Unfallverhütungsvorschriften für sich allein zur Annahme grober Fahrlässigkeit nicht aus. Entscheidendes Kriterium für die Beurteilung des Fahrlässigkeitsgrades ist auch nicht die Zahl der übertretenen Vorschriften, sondern die Schwere der Sorgfaltsverstöße und die für den Arbeitgeber erkennbare Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts.


 


Im Wesentlichen ist zu prüfen, ob nach objektiver Betrachtungsweise ganz einfache und naheliegende Überlegungen in Bezug auf den Arbeitnehmerschutz nicht angestellt wurden.

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