Die Europäische Kommission bringt die Umstellung auf die elektronische Auftragsvergabe in Europa voran
Eine am 20.4.2012 vorgestellte Strategie soll den Ausbau von sogenannten e-Vergabe-Systemen beschleunigen und so die europäischen Steuerzahler erheblich entlasten. Bis Mitte 2016 soll die elektronische Auftragsvergabe europaweit zum Standard bei öffentlichen Vergabeverfahren werden.
"Es ist Zeit zu handeln", sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. "Durch die elektronische Auftragsvergabe lässt sich ein beträchtliches bisher noch ungenutztes Potenzial für die EU-Wirtschaft erschließen. Die Beschaffungsverfahren würden erleichtert, Verwaltungsaufwand und Kosten reduziert, die Beteiligung von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) erhöht, die Qualität gesteigert und die Preise gesenkt."
Die e-Vergabe kann Unternehmen das Leben erheblich erleichtern, indem sie Ausschreibungen transparenter und zugänglicher macht. Die Kosten der Teilnahme an Ausschreibungen, etwa für die Übermittlung oder den Ausdruck von Unterlagen, werden reduziert. Öffentliche Stellen, die die e-Vergabe bereits eingeführt haben, konnten ihre Beschaffungsausgaben um fünf bis 20 Prozent reduzieren. Und die innerhalb und außerhalb der EU gemachten Erfahrungen zeigen, dass sich bei Nutzung elektronischer Vergabeverfahren die Teilnahme von KMU an öffentlichen Ausschreibungsverfahren erhöht.
In ihrer Mitteilung schlägt die Kommission eine Reihe von Maßnahmen vor, um die beteiligten Akteure bei der Umstellung auf die e-Vergabe zu unterstützen. Die Europäische Kommission selbst will bis Mitte 2015 – also bereits ein Jahr vor Ablauf der den Mitgliedstaaten gesetzten Frist – auf eine vollständige elektronische Auftragsvergabe umstellen und ihre e-Vergabe-Lösungen den Mitgliedstaaten zur Verfügung stellen.
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