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Strafrecht

OGH: Sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person nach § 205 Abs 1 StGB

Die Rechtsansicht, der erste Fall des § 205 Abs 1 StGB verlange die Absicht des Täters, sich (oder einen Dritten) durch die Missbrauchshandlung geschlechtlich zu erregen oder zu befriedigen trifft nicht zu

20. 05. 2011
Gesetze: § 205 Abs 1 StGB
Schlagworte: Sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person

GZ 13 Os 118/10t, 18.11.2010
OGH: Die Rechtsansicht des Erstgerichts, der - hier anzuwendende - erste Fall des § 205 Abs 1 StGB verlange die Absicht des Täters, sich (oder einen Dritten) durch die Missbrauchshandlung geschlechtlich zu erregen oder zu befriedigen trifft nicht zu. Die angesprochene Intention ist vielmehr nur dann tatbestandsessentiell, wenn der Täter die wehrlose oder psychisch beeinträchtigte Person dazu verleitet, eine geschlechtliche Handlung an sich selbst vorzunehmen (§ 205 Abs 1 letzter Fall StGB; vgl auch §§ 206 Abs 2, 207 Abs 2, 212 Abs 1 StGB).

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